Forschen, Unterstützen, Machen

2016 - 2021
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Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMBF - sozialökologische Forschung

Jan Bunse

 

 

 

 

UrbaneProduktion.Ruhr II (2020-2021)

Während im ersten Projekt generelle Aussagen und Definitionen zu Urbaner Produktion getroffen wurden, um eine theoretische Einordnung abzuleiten, liegt der Fokus im Folgeprojekt verstärkt auf den Fragen, welche Rolle Urbane Produktion als Wirtschaftsfaktor spielen kann, wie angestoßene Prozesse verstetigt und für andere Kommunen nutzbar gemacht werden können sowie welche Anforderungen an Urbane Produktion bestehen, um auch im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit Wirkungen zu erzielen. Auch wenn sich corona-bedingt leider viele der geplanten Aktivitäten vor Ort nicht umsetzen lassen, halten wir an den Zielen fest und stricken diese je nach Möglichkeit und Bedarf um.

In Bochum-Langendreer wird deshalb der Verein LutherLAB e. V. weiterhin intensiv begleitet und unterstützt, wobei insb. die Bestrebung des jungen Vereins, eine offene Werkstatt und Quartiersküche im Nutzungskonzept zu integrieren, eine optimale Ausgangslage zur Verstetigung der angestoßenen Entwicklungen bietet. Die Etablierung einer offenen Werkstatt wie auch Quartiersküche würde in besonderem Maße zu einer langfristigen und produktiven Nachnutzung der entwidmeten Kirche beitragen, nachhaltige Urbane Produktion vor Ort stärken und neue Möglichkeiten für ProduzentenInnen und GründerInnen und gleichermaßen Bildungsangebote für eine ökologische Wirtschaftsweise schaffen. Kernaufgabe bis Ende 2021 wird es sein, die Entwicklung eines tragfähigen Konzepts zu unterstützen. Dadurch soll ein Beispiel für eine produktive Nachnutzung einer Kirchenimmobilie gegeben werden, dem aufgrund der Aktualität von Kirchenumnutzungen eine hohe Relevanz zugesprochen wird und auch eine Übertragbarkeit auf andere Spezialimmobilien bieten kann.

Da es aber in sozio-ökonomisch herausgeforderten Quartieren besonderen wichtig ist, Potenziale der ökonomischen Teilhabe zu aktivieren, sind wir mittlerweile mit unterschiedlichen Akteuren in Bochum-Wattenscheid vor Ort zur Fortführung und Etablierung Urbaner Produktion im Gespräch. Der Stadtteil profitiert davon, wenn das Projektteam über einen längeren Zeitraum an der Umsetzung und Etablierung von Urbaner Produktion vor Ort als Schnittstelle zwischen Quartiersmanagement, EigentümerInnen, Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Zivilgesellschaft und Unternehmen beteiligt ist, um das implizite Wissen und das Netzwerk weiter auszubauen und nutzen zu können. Für die Reallabore in Bochum wird die zweite Projektphase insb. Fragen der Umsetzung im Sinne der Existenzgründung bzw. Unternehmensansiedlung für den urbanen Produktionssektor umfassen.

Während der Bochumer Gründungswettbewerb Senkrechtstarter bereits im Jahr 2017 um den Sonderpreis Urbane Produktion erweitert werden konnte, sollen weitere Maßnahmen umgesetzt und angestoßen werden, die die Gesamtstadt betreffen. Zum einen geht es darum, die gesamtstädtische Strategie in Bezug auf Urbane Produktion weiter zu qualifizieren und in Verbindung mit weiteren Konzepten der Stadt Bochum, wie der Bochum Strategie 2030, dem Konzept Nahmobilität oder dem Technologie-Café zu setzen. Hierdurch soll erreicht werden, dass Urbane Produktion nicht ausschließlich punktuell, sondern gesamtstädtisch gestärkt wird und sich die mit ihr zu erwartenden Effekte, wie u. a. sinkende Emissionen und eine verminderte Neuinanspruchnahme von Ressourcen, auch messbare/relevante Wirkungen entfalten. Zum anderen liegt ein Fokus auf einem Transfer in die Zivilgesellschaft, um die Offenheit und Akzeptanz gegenüber neuen Produktionsformen zu fördern und gleichzeitig die Bürgerschaft zu aktivieren. Dies soll über eine Wanderausstellung zur Urbanen Produktion in Bochum, Gelsenkirchen, Herne-Wanne und ggf. über NRW hinaus inkl. verschiedener Austauschformate (z. B. Workshops), in denen Multiplikatoren und die Zivilgesellschaft über Notwendigkeiten und Wirkungen Urbaner Produktion informiert werden, geschehen.

Neben der weiteren Begleitung der beiden Bochumer Stadtteile möchten wir den funktionalen Raum über die Stadt Bochum hinaus ausdehnen und den Wissens- und Erfahrungstransfer sowie den Aufbau eines kommunenübergreifenden Netzwerkes aus Institutionen, WissenschaftlerInnen, ProduzentenInnen, HandwerkerInnen und DienstleisterInnen sowie die Implementierung Urbaner Produktion im Stadtraum anstoßen. Die projektbezogenen Handlungen in einem kommunenübergreifenden Stadtraum sollen dafür Sorge tragen, dass das erlernte Wissen über Aktivierungsprozesse und Urbane Produktion aus Bochum auf andere Städte der Region transferiert und gemeinsam und praxisorientiert angewendet wird, um dann wieder in die Wissenschaft rückgekoppelt zu werden.

Die Stadt Gelsenkirchen bietet sich hierfür aus verschiedenen Gründen an: erstens sind in Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels vergleichbare Herausforderungen zu bewältigen, die sich insb. in den südlichen Stadtteilen in den Soziale Stadt-Gebieten Rotthausen, Neustadt und Schalke zeigen. Zweitens ergeben sich in Gelsenkirchen aus der räumlichen Nähe eben dieser Gebiete zum Stadtumbaugebiet Gelsenkirchen-City und dem Hauptbahnhof zusätzliche Potenziale, um eine größere Ausstrahlungswirkung zu erzielen. Drittens eröffnet die räumlich angrenzende Lage zum bisherigen Reallabor Wattenscheid Möglichkeitsräume für interkommunale Lösungsansätze. Diese Rahmenbedingungen erhöhen das Transferpotenzial und begünstigen die Vertiefung und stringente Weiterentwicklung der bisherigen Forschungsergebnisse und Maßnahmen.

Neben Gelsenkirchen wird der Stadtteil Herne-Wanne mit ins Blickfeld genommen. Herne-Wanne grenzt im Osten an Gelsenkirchen und im Nordwesten an Bochum. Hier bietet sich der Vergleich zu den Entwicklungen in Gelsenkirchen-Ückendorf an, da beide Stadtteile seit der Kulturhauptstadt 2010 als Kreativquartiere ausgewiesen sind. Die endogenen Potenziale werden somit im Vergleich zu den Bochumer Stadtteilen als höher eingeschätzt.

Abschließend werden die Ergebnisse u. a. in einem Sammelband sowie auf der Homepage www.urbaneproduktion.ruhr veröffentlicht und damit die Maßnahmen aus dem Handbuch des ersten Forschungsvorhabens ergänzt. Durch einen binären Suchbaum sollen Kommunen auf der Homepage einen schnellen Überblick über mögliche Maßnahmen und Beispiele zu bestimmten Herausforderungen erhalten.

UrbaneProduktion.Ruhr I (2016-2019)

Im Rahmen des Aufrufs „Transformation urbaner Räume“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) führte das IAT (Institut Arbeit und Technik) zusammen mit der Stadt Bochum (Stadtplanungsamt und Wirtschaftsentwicklung), der Hochschule Bochum, der Stadt Gelsenkirchen und Die Urbanisten e. V. ein interdisziplinäres Verbundprojekt durch. Im Sinne der „Strategischen Forschungs- und Innovationsagenda“ der Bundesregierung erhob unser Forschungs- und Experimentiervorhaben den Anspruch, zivilgesellschaftliche Akteure als aktive Partner und Treiber von Transformationsprozessen einzubeziehen, Raumstrukturen nachhaltig zu verändern, ein Pionierprojekt für urbane Infrastrukturen zu sein, neue Werkzeuge und Verfahren für Planung und Wissensmanagement zu konzipieren sowie neue Geschäfts- bzw. Betreibermodelle zu erproben.

 

Hintergrund

Die seit den 1950er-Jahren extensiv betriebene funktionale Trennung und Zonierung der Städte in Wohn-, Handels-, Gewerbe- und Produktionsgebiete wird zunehmend in Frage gestellt und geht mit einer seit Jahren stattfindenden Renaissance der Stadt als Wohn- und Arbeitsstandort einher. Dieser Trend findet Ausdruck in einer Reihe von Begrifflichkeiten wie z. B. Stadt der kurzen Wege, urbanem Leben, urbaner Landwirtschaft oder „smart urban manufacturing“. Parallel dazu vollzieht sich bei vielen Menschen ein Wertewandel. Neben einem stärkeren Interesse an der aktiven Mitgestaltung des städtischen Lebens steigt der Wunsch nach lokalen, ökologisch korrekt oder nachhaltig produzierten Produkten. Durch den demografischen Wandel und die damit einhergehende Alterung der QuartiersbewohnerInnen ergibt sich zudem ein erhöhter Bedarf an wohnortnaher Versorgung, die in den letzten Jahren in etlichen Quartieren vollständig weggebrochen ist.

Durch das Aufeinandertreffen veränderter Lebensstile einerseits (auch hinsichtlich des Arbeits- und Wohnverhaltens) und neuer Anforderungen an die Nahversorgung sowie den Möglichkeiten der innerstädtischen Produktion und Bedarfe an Dienstleistungen andererseits, können sich Chancen insbesondere für die bisher von der insgesamt positiven Entwicklung des Strukturwandels abgehängte Quartiere ergeben. Zusätzlich entstehen durch technische Entwicklungen neue Produktionsmöglichkeiten wie bspw. additive Fertigungsverfahren (z. B. 3D-Druck), wodurch neue Wirtschaftszweige auftreten können. Leergefallene Gebäude und Brachflächen können einer produktiven Nutzung zugeführt, ungedeckte Bedarfe bedient und neue lokale Wertschöpfungsketten in Gang gesetzt werden. Gleichzeitig können neue Arbeitsplätze im Quartier entstehen, oder die Arbeitssituation kann werthaltiger werden, indem an bestehende Ökonomien angeknüpft wird.

Um Urbane Produktion durch BürgerInnen zu ermöglichen, werden jedoch mitunter neue Finanzierungs- und Betreibermodelle benötigt. Daneben ist anzunehmen, dass innerstädtische Produktionsstätten nicht immer mit dem derzeit gültigen Planungsrecht vereinbar sind, da dieses zu einer funktionalen Zonierung tendiert und auch deshalb Nutzungskonflikte entstehen können.

 

Ziel

Das Verbundvorhaben setzte an den beschriebenen Trends und Herausforderungen an, um diese in produktiver Weise miteinander zu verknüpfen, planungsrechtliche Rahmenbedingungen aufzuarbeiten sowie Finanzierungs- und Betreibermodelle auf ihre Eignung für Urbane Produktion zu überprüfen. Ferner wurden die Rolle der Immobilien- bzw. Wohnungswirtschaft mit Blick auf die Bereitstellung von geeigneten Räumen und ihrer Funktion als ein Akteur in der Sicherung der Nahversorgung sowie die Möglichkeiten zur Einbindung der Kommune beleuchtet. Im Ergebnis wurden ökonomische, räumliche, rechtliche, technische und soziale Kontextfaktoren und deren mögliche Wechselwirkungen beschrieben, um in der Experimentierphase diese Erkenntnisse für einen Test in zwei Reallaboren in Bochum zu nutzen, auf Praxistauglichkeit hin zu prüfen und anzupassen.

 

Vorgehen

Das interdisziplinäre Verbundvorhaben teilte sich in eine analytisch-konzeptionelle und eine experimentelle Phase, welche teilweise parallel liefen und aufeinander aufbauten. Die analytisch-konzeptionelle Phase gliederte sich grob in folgende Arbeitspakete:

  • Erstens wurden mithilfe einer Literatur- und Internetrecherche internationale Fallbeispiele analysiert und dokumentiert. Dabei ging es um die Fragen, wie Urbane Produktion funktioniert und welche ökonomischen, sozialen und ökologischen Wirkungen erwartet werden können.
  • Zweitens wurde eine GIS-gestützte Quartierstypologie konzeptioniert, die auf Indikatoren zu den Themenfeldern Problemlagen, Produktion, Nahversorgung, vorhandene Energiequellen und Flächen mit ihren planungsrechtlichen Festlegungen und Wohnen fokussiert.
  • Drittens wurden aufbauend auf einer Literaturrecherche und Experteninterviews die Rahmenbedingungen Urbaner Produktion aufgearbeitet und Finanzierungs- und Betreibermodelle auf ihre Eignung für Urbane Produktion überprüft. Ferner wurde die Rolle der Immobilien- bzw. Wohnungswirtschaft und der Kommune beleuchtet.
  • Viertens wurde mithilfe von Fallstudien analysiert, wie Nutzungskonflikte überwunden, langfristiges Engagement etabliert und die Zivilgesellschaft einbezogen werden kann. Auch die planungsrechtlichen Grundlagen spielten dabei eine Rolle.

Im Fokus der experimentellen Phase standen Reallabore in zwei Bochumer Stadtteilen Werne/Langendreer-Alter Bahnhof und Wattenscheid, welche eine beispielhafte Umsetzung und Implementierung von Urbaner Produktion vorsahen. Die Erkenntnisse aus der analytisch-konzeptionellen Phase wurden dabei auf ihre Praxistauglichkeit geprüft, um sie bei Bedarf anzupassen. Mithilfe von Beteiligungs- und Aktivierungsprozessen der Bürgerschaft wählten wir geeignete Orte und Formen für Urbane Produktion, um diese zu untersuchen und langfristige Strukturen vor Ort zu etablieren.

 

Ergebnisse

Über die Projektlaufzeit hinweg konnte kontextübergreifendes Wissen über Hürden und Möglichkeiten zur Etablierung von Produktion in urbanen Räumen zusammengetragen werden. Schlüssel-Akteure sind dabei Stadtverwaltung und -politik, Wirtschaftsförderung, EigentümerInnen sowie Unternehmen und GründerInnen. Als Hilfestellung für diese Akteure wurden die Erkenntnisse in einen Maßnahmenkatalog für Urbane Produktion übersetzt, der Ende 2019 als Handbuch veröffentlicht und frei zugänglich sein wird.

Im Reallabor Werne/Langendreer-Alter Bahnhof veranstaltete das Projekt in enger Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer ein mehrwöchiges Festival der Urbanen Produktion in der entwidmeten Lutherkirche. Aus diesem Impuls heraus gründete sich der Verein LutherLAB e.V., in dem sich BürgerInnen für die weitere Nutzung der Kirche engagieren und den Raum für gemeinsame Kreativität, als Treffpunkt und Veranstaltungsraum nutzen. Mehr Informationen auf der Homepage des LutherLABs.

In Wattenscheid wurden über drei Monate hinweg regemäßig Workshops und Diskussionsrunden zum Thema Urbane Produktion in einem leerstehenden Ladenlokal angeboten. In Kooperation mit der bürgerschaftlichen Initiative Mittendrin und anderen lokalen Akteuren wird auch hier an einer Aufwertung der Hochstraße in der Manier des „Selbermachens“ gearbeitet. Mehr Informationen zu unserer Arbeit in Wattenscheid finden Sie auf der WatCraft-Homepage.

Während der Projektmonate in Wattenscheid sind in dem Ladenlokal ebenfalls Videos von der Diskussionsveranstaltung „Produzieren in der Stadt – UnternehmerInnen erzählen“ entstanden, die auf unserem Youtube-Kanal UrbaneProduktion.Ruhr eingesehen werden können.

Hintergrund des Forschungsprojekts

Wirtschaftlicher und urbaner Strukturwandel

Viele Stadtteile im Ruhrgebiet kämpfen noch immer mit dem Strukturwandel. Es gibt viele leerstehende Ladenlokale, brach gefallene Gebäude, Arbeitslosigkeit und erhöhte Gesundheitsrisiken der Bevölkerung. Entwicklungen wie die Globalisierung, große Firmenzusammenschlüsse, verändertes Konsumverhalten haben dazu geführt, dass es viele der ehemaligen Großbetriebe und auch die standardisierten Arbeitsplätze nicht mehr gibt.

Zukunftsfähige Ausbildung und Arbeit

In vielen Stadtteilen ist es gelungen, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen, welcher Investitionen in den Gebäudebestand folgten. Häufig wurden dabei die Potenziale von Kunst, Kultur und Kreativität in den Vordergrund gestellt. Einerseits, um das oft schlechte Außenbild des Ruhrgebiets und seiner Stadtteile zu verbessern, andererseits, um Menschen von außerhalb für einen Zuzug zu begeistern. Es bestand die Hoffnung auf die Ansiedlung und Entwicklung neuer, zukunftsfähiger Unternehmen und damit auch auf wirtschaftliches Wachstum. Diese Strategien haben vor allem dort gut funktioniert, wo bereits eine kreative Klasse vorhanden war, etwa an Hochschulstandorten.

Gewerbebetriebe innerhalb der Stadt

In anderen, peripheren Stadtteilen des Ruhrgebiets gibt es nur wenige Kreative, die üblicherweise eine große Experimentierfreude haben, neue Kultur- und Gastronomieformate nachfragen und den Stadtteil durch ihre Netzwerke beleben. Allerdings gibt es in solchen Stadtteilen oft noch traditionelle nachbarschaftliche Netzwerke, engagierte Alteingesessene, gut ausgebildete FacharbeiterInnen, günstige Mieten sowie produzierende Gewerbebetriebe. Um den Strukturwandel auch dort positiv wirksam werden zu lassen, bietet sich eine Zuwendung zu den vorhanden Stärken an.

Gesundheit und Ästhetik

Durch die langanhaltende Konzentration auf die Förderung von Dienstleistungsunternehmen ist die große wirtschaftliche Bedeutung des vorhandenen produzierenden Sektors und des Handwerks für die Stadtteile vernachlässigt worden. Produktion gilt als stinkend, laut und störend – deshalb wurde sie häufig in Gewerbe- und Industriegebiete vor die Stadt ausgelagert. Wegen der räumlichen Trennung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit befinden sich heute in den Städten unbewohnte und für die Bevölkerung unattraktive Industrie- und Gewerbegebiete und wir nehmen lange Wege in Kauf, um täglich zur Arbeit zu pendeln, Einkäufe zu erledigen oder zum Sport zu kommen.

Bürgergetragene Stadtentwicklung

In einer zukunftsfähigen Stadt findet sich Raum für gesunde, umweltschonende und sozial gerechte Produktion. Wir nennen das Urbane Produktion. Wir untersuchen das Thema wissenschaftlich und bringen es in die Öffentlichkeit. Es sollen dadurch vor allem das Handwerk, kleine und mittlere Betriebe sowie Selbstständige, GründerInnen angesprochen und gefördert werden. Außerdem wollen wir MitmacherInnen finden, die Urbane Produktion in zwei Stadtteilen in Bochum umsetzen und gestalten wollen.