Ein Zentrum der Selbermachkultur in Dresden

Gemeinschaftswerkstatt

Steckbrief

Jagdweg 1-3
01159 Dresden

Typ Urbaner Produktion: Nachnutzung einer Industriebrache; Produktionsinfrastruktur und Werkstattprojekte zur Etablierung eines Zentrums der Selbermachkultur in Dresden

Produkt: u. a. Repaircafé, offene Werkstätten für Holz, Textilien, Druck, etc.

Gründung: Das #Rosenwerk wurde 2015 vom Konglomerat e.V. bezogen

Standort: In einem Gewerbegebiet in der Rosenstraße – eingebettet zwischen der Dresdener Mitte, Löbtau, Friedrichstadt und der Wilsdruffer Vorstadt

Kontakt:
vorstand@konglomerat.org
https://konglomerat.org/

Das #Rosenwerk

Ausgangslage im Stadtteil

Das Industriegebiet Rosenstraße, befindet sich ca. 1,5 km westlich des Dresdener Hauptbahnhofes und zählt laut Kartierung zur Wilsdruffer Vorstadt, ein lebendiges Quartier, welches vor allem für sein Kulturzentrum Kraftwerk Mitte bekannt ist.  Das Industriegebiet könnte jedoch auch als „urbaner blinder Fleck“ bezeichnet werden, da es auch mal dem ehemaligen Industrie- und Arbeiterinnenviertel Löbtau und mal dem Stadtteil Friedrichstadt, der von einer regen Kreativszene geprägt ist, zugeordnet wird.

Gründung und Intention des Konglomerat e.V.

Der Konglomerat e. V. besteht seit 2012 und versteht sich als Netzwerk und Kollektiv aus vielen verschiedenen Institutionen und Macherinnen. Der gemeinnützige Verein hat sich zu dem Zweck gegründet, handwerkliche, kulturelle, künstlerische und soziale Projekte aus der Zivilgesellschaft organisatorisch und technisch zu unterstützen. Als besondere Aufgaben möchte der Verein gemeinschaftliche Wissenstransfers fördern und dieses Wissen auch in Handeln umsetzen – woraus sich der Fokus auf Werkstätten, insbesondere auch im Aufbau von Gemeinschaftswerkstätten ergibt. Daneben befasst sich das Konglomerat mit den Themen Stadt- und Raumentwicklung, Community Building, nachhaltiges Wirtschaften und Umweltbildung.

Seit 2015 ist der Verein im #Rosenwerk beheimatet, einem ehemaligen Industriekomplex südwestlich der Dresdner Innenstadt. Hier soll die Vision des Vereins – eine kooperative Gesellschaft, welche mit lokalen und transdisziplinären Lösungsansätzen die selbstverursachten Probleme unserer Gesellschaft angeht – praktisch ausprobiert und umgesetzt werden. Besonderes Prinzip des Vereins ist dabei die Selbstwirksamkeit, mit welcher das (Handlungs-)Bewusstsein in Bezug auf einen klimaschonenden und lebenswerten Alltag durch das selber Tun geschärft werden soll.

Der Konglomerat e. V. finanziert sich über Vereins- und Nutzungsbeiträge, Workshops, Dienstleistungen, Projekte (häufig in Kooperation mit lokalen, aber auch bundesweite Partnern), Spenden und Förderung. Kooperationspartner sind bspw. das Kunsthaus Dresden, das Kulturbüro Dresden oder das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung.

Die Gemeinschaftswerkstatt im #Rosenwerk

Das #Rosenwerk umfasst insgesamt 7000 qm, der Konglomerat e.V. mietet davon ca. 600 qm Fläche und hat dort zusammen mit Freundinnen und Kolleginnen die Selbstmachzentrale Dresdens geschaffen. Der Kern der Selbstmachzentrale ist die Produktions- und Werkstattinfrastruktur, die durch Projekte Werk.Stadt.Laden und dem FabLabDD, beide Teil des Konglomerat e.V., zur Verfügung gestellt werden.

Im #Rosenwerk gibt es offene Werkstätten für insgesamt 12 Werkbereiche: Textiles, 3D-Druck, CNC-Fräsen, Lasercutting, Metall- und Maschinenbau, Holz, Kunststoff-Recycling und -verarbeitung, Siebdruck, Digitaldruck, Fotostudio und Analogentwicklung, Elektronik und Materialvermittlung. In offenen Werkstätten können Interessierte eigene Projekte umsetzen und voneinander lernen. Der Konglomerat e.V. bietet den Nutzenden verschiedene Tarife und Abonnements für die Nutzung der Werkbereiche und Maschinen an. Einige Maschinen, wie bspw. der Lasercutter, kosten dabei extra. Seit Sommer 2018 existiert zudem eine Materialvermittlung, d. h. sie können dort günstig Materialien für ihre Projekte erwerben.

Neben der vom Konglomerat e.V. getragenen Gemeinschaftswerkstatt beheimatet der Industriekomplex #Rosenwerk viele weitere Institutionen und Akteure, mit denen der Konglomerat e.V. (in unterschiedlicher Intensität) kooperiert. So befinden sich dort neben den Ateliers von verschiedenen Künstlerinnen auch die Kaffanero Kaffeerösterei, Vasistas Offspace – eine Plattform für Künstlerinnen auch ein Fitnessstudio sowie eine Abholstation der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi).

Fazit

Die Selbermachzentrale im #Rosenwerk ist nicht nur eine Gemeinschaftswerkstatt, sondern auch ein Ort des Wissenstransfers und des gemeinsamen Lernens. Hier wird neben urbaner Produktion und dem Selbermachen auch eine Praxis nachhaltiger Entwicklung gefördert. Das Beispiel zeigt, dass mithilfe eines selbstorganisierten und engagierten Kollektivs aus vielen verschiedenen Institutionen und Macherinnen ein facettenreicher Ort der Gemeinschaft entstehen und sich zu einem erfolgreichen Modell einer Selbstmachzentrale etablieren kann.

 

Autorinnen: Theresa Heitmann und Marleen Wilhelm, Institut Arbeit und Technik (01.10.2019)

Quellen

Just, Juliane (2015): In Löbtau entsteht mit dem “Rosenwerk” ein neues Zentrum für Kreative. In: Dresdener Neueste Nachrichten. Abgerufen von https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/In-Loebtau-entsteht-mit-dem-Rosenwerk-ein-neues-Zentrum-fuer-Kreative

Konglomerat e.V. (2019): Rosenwerk. Abgerufen von https://konglomerat.org/rosenwerk.html

Komglomerat e.V. (2019): Wir. Abgerufen von https://konglomerat.org/wir.html

 

Bilder: ©Konglomerat e.V.