Revitalisierungsgebiet Bochumer Straße, Gelsenkirchen-Ückendorf

Kreativquartier Ückendorf

Steckbrief

Revitalisierungsgebiet Bochumer Straße

Instrumente zur Schaffung von Rahmenbedingungen: Städtische Entwicklungsgesellschaft zur Wiederbelebung von Leerstand
Quartierstyp: Nutzungsgemischtes Quartier entlang einer Hauptstraße
Beteiligte Akteure (Initiatoren): Kommunen
Lerneffekte: Akteure, Netzwerke und Institutionen, Finanzierung, Nutzungsmischung, Quartiersmehrwerte & Bewältigung von Nutzungskonflikten, Umgang mit Leerständen
Förderung: Soziale Stadt/Stadtumbau West
Kontakt:
Helga Sander (SEG)

Ausgangslage

Auch wenn die Bochumer Straße bis in die Jahre des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg als „Prachtstraße Gelsenkirchens“ galt, befindet sich das Revitalisierungsgebiet Bochumer Straße heute in einer defizitären Situation.
Diese ist seit Jahren durch einen schlechten baulichen Zustand vieler Gebäude gekennzeichnet. Hinzu kommen zahlreiche Leerstände und eine starke Verkehrsbelastung. Erschwert wird das Eingreifen durch den hohen Anteil privater EinzeleigentümerInnen (über 50 %). Interventionen im Rahmen des Programms „Soziale Stadt Südost“ (2003–2013) konnten bisher keine Abhilfe schaffen.

Intention

Neben der Behebung von baulichen Mängeln, stehen Projekte und Maßnahmen, die das Miteinander fördern und neue Zukunftsperspektiven für ihre BewohnerInnen schaffen, im Vordergrund. Auch die Stärkung der lokalen Ökonomie wurde hier als wichtige Stellschraube erkannt, um Immobilienleerständen entgegenzuwirken. Da die Bochumer Straße als räumliches Bindeglied zwischen den wichtigen öffentlichen Quartiersräumen fungiert, erfolgt eine Vernetzung u. a. mit dem Justizzentrum und dem Wissenschaftspark. Dabei wurde mit der Gründung der Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen mbH & Co. KG (SEG) von einem speziellen Instrument Gebrauch gemacht, das als Impulsgeber agiert und die Realisierung der Quartiersentwicklung im Sinne eines Top-down-Ansatzes ermöglicht. Die SEG greift dort ein, wo EigentümerInnen handlungsunfähig sind. Es wurde erkannt, dass diese häufig vor großen Herausforderungen stehen, die ein Tätigwerden verhindern. Daher möchte die SEG eine Vorbild- und Anstoßwirkung erreichen, die hauptsächlich durch den Erwerb von Schlüsselimmobilien bewirkt werden soll. Zu ihren Aufgaben zählen zudem die Bewirtschaftung, die Sanierung, die Vermietung und Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden.

Hauptakteure

  • Stadt Gelsenkirchen
  • Stadterneuerungsgesellschaft (SEG)
  • Stadtteilbüro

Maßnahmen

  • Förderung der lokalen Ökonomie durch Beratung kleiner und mittelständischer Unternehmen und der Unterstützung des Kreativ.Quartiers Gelsenkirchen-Ueckendorf
  • Raumangebote für „Kreative Startups“
  • Unterstützung von Zwischennutzungen
  • Multifunktionshaus Heilig Kreuz
  • Vorbild- und Anstoßwirkung durch den Ankauf von Immobilien
  • Reduzierung und nachfragegerechte Veränderung von Wohnimmobilien durch Rückbau- und Umbaumaßnahmen
  • Akquisition von Veranstaltungsformaten

Erfolgsbausteine

  • Bündelung und Einsatz verschiedener, bewährter und neuer Instrumente
  • Interdisziplinäre und ressortübergreifende Zusammenarbeit
  • Immobilien als Schlüsselfunktion erkennen und nutzen

Fazit

Das Fallbeispiel zeigt, wie eine Quartiersentwicklung „von oben“ durch eine eigens gegründete städtische Gesellschaft verwirklicht werden kann. In Kombination mit weiteren Instrumenten wie u.a. einem integrierten Handlungskonzept, einer Sanierungssatzung und einem Masterplan mit Leerständen verfolgt. Vorbildlich ist die Mobilisierung und Unterstützung der EinzeleigentümerInnen. Aufgrund vergleichbarer Ausgangs- und Problemlagen bietet sich der Einsatz der genannten Instrumente auch in Wattenscheid und Werne / Langendreer-Alter Bahnhof an, gerade da die in diesem Projekt forcierte Zielgruppe der Kreativ-Start-Ups ähnliche Raumansprüche hat, wie GründerInnen urbaner Manufakturen.