Pottmühle

Die Bio-Manufaktur aus Herne

Steckbrief

Heidstraße 44a, 44649 Herne

Standort: Geschäfts- und Wohngebäude in der Nähe des Hbf Wanne-Eickel

Typ urbaner Produktion: Lebensmittel

Produkte: Bio-Speiseöle

Gründung: 2019

Rechtsform: GbR

Beschäftigte: 1,5

Weitere Informationen: https://pottmuehle.de/

Fotos (C) Pottmühle

Pottmühle

Ausgangslage

Nach knapp 18 Jahren in der Marktforschung sehnte sich Sascha Suer – einer der beiden Gründer der Pottmühle Bio-Manufaktur aus Herne – nach einem beruflichen Tapetenwechsel. Aufgrund zahlreicher schlechter Erfahrungen mit Speiseölen war dem Food-Blogger schnell klar, dass er sich mit der Produktion und dem Verkauf von qualitativ hochwertigen Bio-Speiseölen selbstständig machen möchte. Ein Schritt den er schließlich 2019, zusammen mit seinem Cousin und Mitgründer André Stefanski, umgesetzt hat1.

(Haupt-)Akteure

  • Sascha Suer (Ideengeber und Gründer)
  • André Stefanski (Gründer)

„Wir betreiben die Pottmühle im Ruhrgebiet als Familienbetrieb. Schon lange hegen wir den Traum, selbst Lebensmittel nachhaltig zu produzieren – und dies im Sinne Winston Churchills: „Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.“ Mit der Mühle erfüllen wir uns nun diesen Traum.“ (Sascha Suer)

Arbeitsweise und Produktion

Die Produktion der Öle erfolgt mit Hilfe der eigenen Edelstahl-Mühle, welche zugleich Namensgeberin der Pottmühle Bio-Manufaktur war. In dieser werden die Rohstoffe, wie zum Beispiel Trauben-, Aprikosen- und Kürbiskerne oder Walnüsse, im Kaltpressverfahren bei 30 bis 37 °C gepresst. Durch dieses Verfahren bleiben die wertvollen und gesunden Inhaltsstoffe der Rohstoffe bestmöglich erhalten und die Speiseöle sind entsprechend von besonders hoher Qualität.

Auf diese hohe Qualität setzen die beiden Gründer jedoch nicht erst ab der Produktion der Öle in ihrem Geschäft, sondern bereits beim Einkauf der Rohstoffe. Sascha Suer betont: „Bei der Qualität machen wir keine Kompromisse“1. Daher bezieht die Pottmühle Bio-Manufaktur ausschließlich Rohstoffe, die entweder gemäß den Bio- oder den Demeter-Richtlinien zertifiziert sind. Zudem achten Sascha Suer und André Stefanski darauf, dass die Lieferanten möglichst aus der Umgebung stammen1, 2. so kommen Leinsamen und Leindotter aus dem Sauerland und die weiteren Saaten, Kerne und Nüsse nach Möglichkeit aus Deutschland, EU oder in Teilen dann aufgrund der klimatischen Situation doch aus Nicht-EU-Staaten. Insgesamt hat die Manufaktur zur Zeit 14 Bio-Speiseöle im Sortiment.

Ressourceneffizienz und Abfallvermeidung

Neben der hohen Qualität der Rohstoffe und des Endprodukts spielen für die Pottmühle Bio-Manufaktur auch die Themen Ressourceneffizienz und Abfallvermeidung eine bedeutende Rolle. So entstehen neben dem Hauptprodukt Bio-Speiseöl mit dem Öltrüb und dem sogenannten „Ölkuchen“ Nebenprodukte, diese werden jedoch nicht entsorgt, sondern können zu Pestos und Aufstrichen weiterverarbeitet oder als Tierfutter z. B. Pferdeleckerlis an regionale Bauern verkauft werden. Folglich handelt es sich bei der Produktion der kaltgepressten Bio-Öle, um einen sehr nachhaltigen Vorgang fast ohne Abfallprodukte2. Verkauft werden die Öle derzeit in kleinen Geschäften in Herne und Dortmund, auf Märkten und über die Homepage (https://pottmuehle.de/collections/bio-speiseoele) online.

Standort

Die Pottmühle entstand in einem ehemaligen Gewerbebetrieb auf ca. 30 qm Fläche in der Heidstraße 44a, welcher sich in Familienbesitz befindet. So besteht die Möglichkeit zu expandieren. Das Betriebsbüro befindet sich in der Kurze Straße 1a. Der Wohnort des Gründers liegt 10 Fahrradminuten vom Betrieb entfernt. Aufgrund der leisen Produktion und des geringen Lieferverkehrs (Anlieferung per Spedition mehrmals pro Woche) gibt es keine Nutzungskonflikte.

Fazit

Das Beispiel der Pottmühle Bio-Manufaktur, mit seinen mittlerweile 14 verschiedenen Speiseölsorten und seinem Sortiment an Pestos und Aufstrichen, zeigt, dass es möglich ist hochwertige Lebensmittel in Bio-Qualität lokal und auf eine nachhaltige Art und Weise herzustellen.

Autor*innen: Kerstin Meyer und Fabian Stibane, Institut Arbeit und Technik (10.07.2020)

 

Quellen:

  • Gespräch am 03.07.2020 mit Sascha Suer.
  • 1Bolsmann, Tobias (2020): Pottmühle treibt „Ölwechsel“ voran. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 18.02.2020. Essen